Lissabon

Portugals Trend-Kapitale: mit Uralt-Charme in die Neuzeit




Die Hauptstadt der Nostalgiker oder angesagte Trend-Metropole? Lissabon ist beides. Die auf sieben Hügeln erbaute „weiße Stadt“ am Tejo schwelgt in der großen Vergangenheit der Seefahrernation und ist gleichzeitig in die Zukunft verliebt.

„Lissabon ist Portugal, der Rest ist Landschaft“, behaupten die Bewohner der Stadt seit jeher. Wenn das auch übertrieben erscheinen mag – es ist schwer, sein Herz nicht an die Metropole zu verlieren, mit all ihrer Schönheit, der Kultur und einer unbändigen Lebensfreude. War Lissabon lange nur eine Grande Dame, deren morbiden Charme man sich nicht entziehen konnte, so hat doch nicht zuletzt eine junge Szene mit neuen Lokalen, Galerien und Kneipen eine Aufbruchstimmung und fast schon jugendlichen Elan in Portugals Kapitale gebracht, der Trendsetter aus ganz Europa anzieht. Unverwechselbar ist jedoch das einmalige Nebeneinander von Alt und Neu: Der melancholische Fado-Gesang, der Charme der verwinkelten Gassen im Altstadtviertel Alfama und ratternde Straßenbahnen von anno dazumal gehören genauso zu Lissabon wie das aufregende Nachtleben an den Hafendocks, der Kaufrausch in futuristischen Shopping-Malls, die gigantische Autobrücke Ponte Vasco da Gama oder der moderne „Parque das Naçoes“, das Gelände der Expo ‘98, das heute ein boomendes Geschäfts- und Freizeitviertel ist – erst 2006 eröffnete hier ein neues Casino. Hinzu kommen die großartigen Bauten in Belém, die an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern und zum UNESCO-Weltkulturgut zählen, und eine lebendige Kunst- und Kulturszene.

Und last but not least die Attribute zeitloser Schönheit: die malerische Lage am „Strohmeer“ – der breiten Mündungsbucht des Rio Tejo – sowie ein einzigartiges Licht voller Poesie und Magie. Es sind diese Kontraste und viele liebenswerte Alltagsszenen am Rande, die einen Städteurlaub in Lissabon zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.


Porto

 


Die zweite Geige spielen, damit hat man sich in Porto noch nie abgefunden. Die wie aus Granit gemeißelte Stadt mag zwar nur die zweitgrößte Portugals sein, doch in Sachen Sehenswürdigkeiten und Kultur macht sie Lissabon mächtig Konkurrenz – besonders, nachdem sie 2001 „Europäische Kulturhauptstadt“ war.

Zur Einstimmung empfiehlt sich eine Bootsfahrt auf dem Douro – mit schönen Panoramen der zum UNESCO-Weltkulturgut erklärten Altstadt. Erleben Sie die Kontraste: volkstümliche Viertel, patina-belegte Pracht, aber auch verrückte Szenekneipen und Tanzbars. Von der imposanten Kathedrale führen Treppen ins Bairro da Sé, wo die Häuser aus dem Granit sprießen wie Bäume aus dem Waldboden. Der Spaziergangs führt dann in die Ribeira, der beliebteste Treffpunkt der Stadt. Seit dem Mittelalter das Handelszentrum des Nordens, war Porto im 18. Jh. durch den Portwein-Export in aller Munde. Im 19. Jh. wurde die Geburtsstadt Heinrich des Seefahrer zur liberalen Hochburg und Wiege des portugiesischen Kapitalismus.

Von alter Größe zeugen die Fassaden der Kontore und Handelshäuser ebenso wie die Kirche São Francisco und der „Maurische Saal“ der Börse, verschwenderisch mit Gold verziert. Eine Sehenswürdigkeit ist auch die Straßenbahnlinie 18: Die historische Tram befördert Sie flussabwärts in den noblen Villenvorort Foz, der am Wochenende zum Treff für Nachtschwärmer avanciert. Ein weiterer Tipp für Straßenbahnfans ist das Museu do Carro Eléctrico, wo antike Gefährte ausgestellt sind.

Anschließend geht es in den Solar do Vinho do Porto – mit der Qual der Wahl unter über 200 Sorten Port. Die Kellereien selbst liegen in Vila Nova de Gaia am südlichen Flussufer. Besichtigen Sie auch das Kloster Nossa Senhora do Pilar, nahe der „Doppeldeckerbrücke“ Ponte Dom Luís hoch über dem Fluss – hier genießen Sie herrliche Panoramen über die Stadt.